Microsoft 365 und künstliche Intelligenz – OneNote, Copilot-Notizbücher und digitales Wissensmanagement

OneNote oder Copilot-Notizbücher? Zwei Werkzeuge, ein Name – und ein wichtiger Unterschied

OneNote oder Copilot-Notizbücher? Wissen sammeln. Wissen nutzen. Links ein OneNote-Notizbuch, rechts vernetzte Informationsquellen für die KI.
KI-generiert

Microsoft hat ein Talent dafür, verschiedene Funktionen mit ähnlichen Namen auszustatten.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass allein daraus ein eigenes Schulungsthema entstehen könnte. 😉 Ein schönes Beispiel sind OneNote und die neuen Copilot-Notizbücher.

Beide heißen Notizbücher.

Beide können Informationen zusammenführen.

Und inzwischen begegnen sie uns sogar innerhalb derselben Anwendung.

Aber erfüllen sie deshalb dieselbe Aufgabe?

Nein.

Und genau dieser Unterschied kann Dir helfen, Informationen sinnvoller zu organisieren und künstliche Intelligenz gezielter einzusetzen.

OneNote – Dein digitales Gedächtnis

OneNote begleitet viele Menschen bereits seit Jahren.

Du sammelst darin Besprechungsnotizen, Ideen, Bilder, handschriftliche Aufzeichnungen und andere Informationen.

Die Struktur ist vertraut: Notizbuch → Abschnitt → Seite.

Du bestimmst selbst, wie Du Deine Inhalte organisierst.

Vielleicht hast Du ein Notizbuch für berufliche Projekte, eines für Fortbildungen und ein weiteres für persönliche Ideen.

Informationen wachsen über Monate oder Jahre.

Du ergänzt, überarbeitest, suchst und teilst sie bei Bedarf mit anderen Menschen.

OneNote ist damit ein hervorragendes Werkzeug für Dein langfristiges Wissensmanagement – also dafür, Wissen zu sammeln, wiederzufinden und weiterzuentwickeln.

Copilot-Notizbücher – wenn Du mit Deinen Informationen arbeiten möchtest

Copilot-Notizbücher verfolgen einen anderen Schwerpunkt.

Hier stellst Du gezielt Informationen zusammen, die für eine bestimmte Aufgabe oder ein Projekt wichtig sind.

Beispielsweise Word-Dokumente, Präsentationen, ausgewählte Dateien, Seiten oder bisherige Copilot-Chats.

Diese Inhalte dienen Copilot als Referenzen (Informationsquellen).

Du kannst anschließend Fragen stellen, Zusammenhänge untersuchen oder Zusammenfassungen und Entwürfe erstellen lassen.

Die KI arbeitet dabei mit dem gezielt bereitgestellten Informationskontext.

Microsoft bezeichnet dieses Prinzip als Grounding – also die Verankerung einer KI-Antwort in konkreten Quellen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Antwort automatisch vollständig oder fehlerfrei ist.

Du solltest auch hier prüfen, ob die richtigen Quellen berücksichtigt wurden und ob die Schlussfolgerungen stimmen.

Der wichtigste Unterschied auf einen Blick

OneNote-NotizbuchCopilot-Notizbuch
Informationen langfristig sammeln und ordnenInformationen für eine Aufgabe gezielt zusammenführen
Eigene Notizen, Handschrift, Bilder und Seiten gestaltenDateien, Seiten und andere Quellen für die KI bereitstellen
Wissen wiederfinden und gemeinsam pflegenQuellen auswerten, Fragen stellen und Inhalte entwickeln
Struktur nach Notizbüchern, Abschnitten und SeitenArbeitsbereich rund um ausgewählte Referenzen

Mein Merksatz dazu: OneNote hilft Dir, Dein Wissen zu organisieren.

Copilot-Notizbücher helfen Dir, mit ausgewähltem Wissen zu arbeiten.

Beides ergänzt sich hervorragend.

Ein Beispiel aus meinem Schulungsalltag

Stell Dir vor, ich bereite eine Schulung zu Microsoft Teams vor.

In OneNote könnte ich über längere Zeit Themen sammeln: Fragen von Teilnehmenden, Unterrichtsideen, interessante Funktionen und Hinweise aus vergangenen Schulungen.

Das ist mein wachsender Wissensbestand.

Für eine konkrete Schulung könnte ich dagegen ein Copilot-Notizbuch einrichten.

Dort stelle ich beispielsweise die Themenbeschreibung, passende Unterlagen und ausgewählte Informationsquellen zusammen.

Anschließend könnte ich Copilot fragen: „Welche Themen aus diesen Unterlagen eignen sich besonders für eine dreistündige Einführung für Menschen ohne besondere IT-Vorkenntnisse?“ Oder: „Welche Begriffe sollten vor der praktischen Übung verständlich erklärt werden?“ So entstehen aus vorhandenen Informationen neue Arbeitsgrundlagen.

Wichtig bleibt: Die didaktische Entscheidung treffe ich selbst.

Denn Copilot kennt weder automatisch die Menschen vor mir noch ihre individuellen Bedürfnisse.

Und was bedeutet „Copilot in OneNote“?

Hier wird es besonders interessant.

Microsoft integriert Copilot zunehmend direkt in OneNote.

So kannst Du – bei entsprechender Verfügbarkeit und Lizenzierung – vorhandene Notizen mithilfe von KI zusammenfassen, Fragen dazu stellen oder Inhalte organisieren.

Außerdem lassen sich Copilot-Notizbücher inzwischen innerhalb von OneNote öffnen und bearbeiten.

Das sorgt für eine engere Verbindung beider Arbeitsweisen.

Trotzdem solltest Du unterscheiden: Ein klassisches OneNote-Notizbuch bleibt ein OneNote-Notizbuch.

Ein Copilot-Notizbuch bleibt ein KI-orientierter Arbeitsbereich.

Die gemeinsame Oberfläche macht daraus noch nicht dasselbe Werkzeug.

Welche Funktionen Du tatsächlich siehst, hängt unter anderem von Deiner Lizenz, der verwendeten Anwendung und den Einstellungen Deines Unternehmens ab.

Muss ich jetzt alles doppelt pflegen?

Genau das würde ich vermeiden.

Überlege stattdessen, welche Rolle Deine Informationen erfüllen sollen.

Möchtest Du Gedanken festhalten, Wissen über längere Zeit sammeln und Deine eigenen Strukturen entwickeln?

Dann ist OneNote häufig die richtige Grundlage.

Möchtest Du ausgewählte Informationen für eine konkrete Aufgabe analysieren, vergleichen oder daraus neue Inhalte entwickeln?

Dann kann ein Copilot-Notizbuch sinnvoll sein.

Und wenn Du bereits mit OneNote arbeitest, lohnt es sich, zunächst die dort verfügbaren Copilot-Funktionen kennenzulernen.

Du brauchst keine zweite Informationssammlung, nur weil Microsoft ein weiteres Werkzeug anbietet.

Ein guter digitaler Arbeitsplatz entsteht schließlich nicht durch möglichst viele Anwendungen.

Sondern dadurch, dass jede Anwendung einen erkennbaren Nutzen erfüllt.

Auch hier entscheidet der Mensch

Als iT-Coach sehe ich meine Aufgabe darin, Menschen beim sinnvollen Einsatz digitaler Werkzeuge zu begleiten.

Nicht jede neue Funktion muss sofort Bestandteil Deiner Arbeitsweise werden.

Und nicht jede Aufgabe gewinnt dadurch, dass eine KI daran beteiligt ist.

In meiner UPE – Universellen Persönlichkeitsentwicklung – geht es unter anderem um bewusste Entscheidungen und Selbstbestimmung.

Das gilt auch für unser digitales Wissen.

Wenn Du selbst verstehst, wo Deine Informationen liegen, welche Quellen Du verwendest und wofür Du künstliche Intelligenz einsetzt, behältst Du die Orientierung.

Die KI kann Dir helfen, schneller Zusammenhänge zu erkennen.

Die Bedeutung dieser Zusammenhänge bewertest weiterhin Du.

Denn: Die schnelle Antwort spart Dir zunächst ein paar Sekunden.

Die hilfreiche Antwort bringt Dich tatsächlich weiter.

Mein Fazit: Nicht entweder – oder

OneNote und Copilot-Notizbücher sind für mich keine natürlichen Konkurrenten.

Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können einander sinnvoll ergänzen.

OneNote bietet Raum für Dein langfristiges Wissen.

Copilot-Notizbücher bieten einen gezielten Arbeitsbereich für die KI-gestützte Auseinandersetzung mit ausgewählten Informationen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger: „Welches Notizbuch ist besser?“ Sondern: „Möchte ich Wissen festhalten – oder mit diesem Wissen gerade etwas erarbeiten?“ Wer diesen Unterschied versteht, hat bereits einen wichtigen Schritt zu einem selbstbestimmten digitalen Arbeitsalltag gemacht.

Technischer Stand: Oktober 2026.

Funktionsumfang und Verfügbarkeit können je nach Microsoft-365-Lizenz, Gerät, Anwendung und Unternehmenskonfiguration unterschiedlich sein.

Gedanken, Trainerperspektive und Haltung: Peter Jansen · technische Recherche und redaktionelle Ausarbeitung gemeinsam mit ChatGPT – der Mensch gestaltet den Weg, die KI unterstützt bei Struktur und Sprache.

Peter Jansen, iT- und KI-Trainer

Über den Autor

Peter Jansen

Peter Jansen ist seit 1990 als EDV-Dozent tätig. In seinen iT- und KI-Trainings verbindet er technisches Wissen mit praxistauglichem Zeit- und Selbstmanagement.

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